Kategorien
Info

Vom Präsenztraining zur Online-Schulung

Vom Präsenztraining zur Online-Schulung: So funktioniert der Umstieg

Es gibt gute Gründe dafür, Präsenztrainings in Online-Schulungen umzuwandeln:

Zugänglichkeit:

Die Lernenden können jederzeit und von jedem Ort der Welt auf die Online-Schulung zugreifen. Gerade in der Zeit von Social-Distancing trägt die Digitalisierung viel zur Infektionsvermeidung und der Einhaltung der Abstandsregeln bei. Jedes nicht unbedingt notwendige Zusammentreffen vieler Menschen sollte vermieden werden, um sich und andere zu schützen.

Umweltfreundlichkeit:

keine Papiermaterialien und keine Emissionen durch Reisetätigkeiten. Gerade in Zeiten des Klimawandels sollte grundsätzlich überlegt werden, ob eine Reise wirklich sinnvoll und notwendig ist, oder ob diese nicht durch andere Maßnahmen ersetzt werden kann.

Effizienz:

Ein Kurs muss nur einmal entwickelt werden und steht dann jederzeit und an jedem Ort zur Verfügung. Es gibt keine weiteren Kosten, zum Beispiel für Reisen.

Zeitersparnis:

Jede reale Unterrichtsstunde nimmt in Gestalt eines E-Learning-Kurses nur etwa die Hälfte der Zeit in Anspruch. Somit steht erheblich mehr Zeit für andere Tätigkeiten zur Verfügung.

Präsenztraining zur Online-Schulung umwandeln

Präsenztraining zur Online-Schulung umwandeln

Einfach eine vorhandene PowerPoint Datei in ein E-Learning Autorentool importieren und schon haben Sie einen fertigen Online Kurs?

Wenn es doch nur so einfach wäre! Ob der Kurs bereits vorhanden ist oder nicht – Online-Schulungen müssen jedes Mal den gleichen Prozess durchlaufen wie jedes andere Projekt dieser Art auch. Der einzige Unterschied besteht darin, dass bei der Arbeit mit einem bereits bestehenden Kurs einige der vorab erforderlichen Komponenten für Analyse und Instructional Design, Kursmaterialien wie Bilder, Grafiken, Filme und Texte bereits vorliegen – oder aber auch nicht.

Vorgehensweise

Zunächst ist die Überlegung unerlässlich, ob sich die vorliegenden Inhalte der Präsenzschulung überhaupt für ein digitales Medium eignen. Nicht alle Inhalte eignen sich für eine Digitalisierung, oder können problemlos in eine Online-Schulung übernommen werden. In manchen Fällen eignen sich Inhalte nicht für E-Learning-Kurse oder es macht Sinn, nur Teile eines Kurses zu digitalisieren und sie dann in einem Blended Learning Konzept zu nutzen.

Eignen sich die Inhalte eines Präsenskurses für eine Online-Schulung, ist das Vorgehen genauso wie beim normalen Erstellen von E-Learning-Kursen. Der Hauptunterschied besteht in der Analysephase zu Beginn und der Produktion des Content.

Der Großteil der Analysearbeit sollte bereits geleistet worden sein, als der Präsenzkurs entwickelt wurde. Deshalb sollte diese Phase weniger zeitaufwendig sein. Wichtig ist aber, dass die folgenden Punkte bei der Konvertierung eines Präsenztrainings zur Online-Schulung geprüft werden:

Analyse der Zielgruppe

In einer Präsenzschulung kann gezielt auf die einzelnen Teilnehmer eingegangen werden. Eventuell vorhandene Wissenslücken können erkannt und abgestellt werden. Ein geschulter Trainer kann sich in Duktus und Wording auf seine Teilnehmer einstellen.

In der Online-Schulung müssen diese Dinge anders kompensiert werden. Hier müssen im Vorfeld der Erstellung klare Überlegungen zur Zielgruppe angestellt werden:

1. Allgemeine Fragen
  • Wer ist Ihre primäre Zielgruppe?
  • Gibt es ein sekundäres Publikum?
2. Zielgruppen-Demografie
  • Was ist das Durchschnittsalter der Lernenden? Wie spreche ich meine Teilnehmer an?
  • Sind die Lernenden vor allem Männer, Frauen oder gleichmäßig gemischt?
  • Was ist der Bildungshintergrund: Ausbildung, Studium, Promotion?
  • Was ist der kulturelle Hintergrund und die ethnische Zugehörigkeit?
3. Vorhandenes Wissen und Erfahrungen
  • Was ist das Niveau der Berufserfahrung?
  • Wie viel wissen sie schon über das Thema in der Schulung? Gibt es zum Beispiel eventuelle Wissenslücken, die zuvor über weitere Microtrainings ausgeglichen werden müssen?
  • Welcher Ton, welche Sprache und Haltung sind am besten für die Zielgruppe?
  • Wie hoch ist die Motivation der Lernenden?
4. Technische Überlegungen
  • Welche Hard- und Software werden Ihre Lernenden verwenden?
  • Wie technisch versiert sind Ihre Lernenden?
  • Haben Ihre Lernenden weitere unterstützende Ressourcen zur Verfügung? Wenn ja, welche sind das?
5. Erwartungen des Managements
  • Welche Beteiligung erwarten Sie?
  • Welche Begriffe, Fachsprache und Schreibstil sind am besten für Ihre Lernenden?
  • Warum sollen diese Lernenden dieses Training absolvieren?
  • Was erwartet Ihr Publikum zu lernen?
  • Wie viel Zeit können Ihre Lernenden der Schulung widmen?
  • Gibt es Lernende mit besonderen Bedürfnissen, z. B. visuelle, Hör- oder körperliche Beeinträchtigungen?

Definition der Lernziele

Bei der Umstellung vom Präsenztraining zur Online-Schulung sollte eine eingehende Überprüfung der Lernzieldefinition vorgenommen werden.

Das menschliche Gehirn arbeitet wesentlich effektiver, wenn es im Lernen einen Sinn sieht. Damit ein E-Learning Kurs für dieTeilnehmer eine Bedeutung bekommt, sollten darauf geachtet werden, die dazugehörigen aufeinander aufbauenden Lernziele zu definieren. Dies motiviert die Lernenden und verhilft zu besseren Lernerfolgen. Dabei sollten Sie die Ziele jedoch nicht willkürlich definieren, sondern die sieben folgenden Kriterien1  beachten:

1. Erfolgskriterien im Voraus festlegen

Erfolg ist kein objektiv messbares Kriterium. Gerade deshalb ist es von besonderer Wichtigkeit, von vornherein festzulegen, was unter einem erfolgreich abgeschlossenen Training verstanden wird. Nur dann kann gemessen werden, ob die Teilnehmer die Lernziele wirklich erreicht haben. Natürlich sind die Kriterien – je nach Art des Kurses– vollkommen unterschiedlich. Halten Sie sich das jeweilige Gesamtbild vor Augen und filtern Sie die zentralen Erkenntnisse. Ist das getan, können die nächsten Schritte folgen.

2. Ergebnisse und Vorteile hervorheben

Ein einfacher und zudem effektiver Weg zur Definition von Lernzielen ist es, zwei Faktoren hervorzuheben – gewünschte Ergebnisse und zu erlernende Kompetenzen, sowie damit verbundene Vorteile. Einerseits werden damit die Erwartungen an die Lernenden während des Trainings klar gemacht und andererseits wird bereits auf den dadurch erzielten Erfolg hingewiesen. Auch die Methoden, die zur Zielerreichung des jeweiligen Trainings beitragen sollen, können in die Zieldefinition mit einfließen. Denken Sie daran, dem Lernenden die Vorteile Ihres Kurses zu erklären, um ihn von Beginn an zu motivieren.

3. Realistischer Zeitrahmen

Auch zeitliche Vorgaben dürfen bei der Lernzieldefinition für Ihren E-Learning Kurs nicht fehlen. Dabei müssen diese vor allem eines sein – realistisch. Sie dürfen nicht davon ausgehen, dass der Kurs für die Teilnehmer zeitlich an erster Stelle steht. Denn diese haben meistens viele andere Pflichten und alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Zudem ist eine unrealistische zeitliche Planung, vor allem bei Überforderung der Lernenden, sehr demotivierend. Versuchen Sie also den Zeitrahmen korrekt einzuschätzen und kommunizieren Sie diesen eindeutig! Denken Sie außerdem daran, anzugeben wann und wie die Lernenden bewertet werden.

Untersuchungen zu und Zusammenstellung von Inhalten

1. Richtige Aufteilung

Vielleicht scheint es Ihnen selbstverständlich, aber achten sie darauf, dass jedes einzelne Modul des E-Learning Kurses ein eigenes Lernziel besitzt. Diese können bei großen Modulen dann eventuell in Unterziele aufgeteilt werden. Zu beachten ist hierbei nur, dass die einzelnen Themen klar und deutlich abgegrenzt sind, um Verwirrung bei den Lernenden zu vermeiden. Trotzdem müssen sich die Lernziele innerhalb eines Moduls ergänzen und aufeinander aufbauen!

2. Spezifizierung der Umstände

Die meisten Lernenden nutzen Online-Kurse nicht nur um sich theoretisches Wissen anzueignen. Sie wollen neue Kompetenzen erlernen, die sie im Job praktisch einsetzen können. Während des Lernprozesses verlieren viele diese Zielsetzung aus den Augen. Erinnern Sie deswegen die Lernenden an die realen Anwendungsmöglichkeiten des neuen Wissens, indem Sie Lernziele definieren. Denn Theorie ist schön und gut, doch worauf es am Ende wirklich ankommt ist die praktische Wissensanwendung.

Einteilung und Organisation der Inhalte

3. Kurz und prägnant

Obwohl alle bereits erwähnten Komponenten in die Definition der Lernziele einfließen sollten, müssen diese so kurz wie möglich gehalten werden. Fokussieren Sie sich dabei nur auf die wichtigsten Ziele der einzelnen Lerneinheit, damit die Teilnehmer bereits vorher genau wissen was wie, wo und wann von ihnen erwartet wird. Versuchen Sie die Lernziele so zu formulieren, dass sie einprägsam sind und die Lernenden motivieren!

7. Bloom’s Taxonomiestufen
Grafik in Anlehnung an das „Vanderbilt University Center for Teaching“2

Der amerikanische Psychologieprofessor Benjamin Bloom entwickelte 1952 die „Taxonomiestufen kognitiver Lernziele “. Diese ermöglichen die Einordnung mit Hilfe von aufeinander aufbauenden Lernstufen. Die Stufen beschreiben dabei die unterschiedlichen Grade des Verständnisses bei neu angeeignetem Wissen. Die oben abgebildeten Taxonomiestufen sind nicht mehr dem originalgetreu, sondern entsprechen dem im Jahr 2001 von führenden Psychologen überarbeitetem Modell. Die Stufen Erschaffen und Evaluieren wurden dabei vertauscht.
Doch was genau bedeuten die einzelnen Stufen? Und wie können Sie die Lernenden unterstützen?

Erinnern

Hier handelt es sich um die einfachste Form des Verstehens, bei der der Lernende das neu erarbeitete Wissen wiedergeben kann.

Verstehen

Als Nächstes steht das Verstehen von Informationen und deren Zusammenhänge. Die Teilnehmer sollten auf dieser Stufe in der Lage sein, die neuen Informationen selbstständig transformieren zu können. Sie können diese beispielsweise selber zusammenfassen.

Anwenden

Hier geht es um aktive Problemlösung und die Fähigkeit zur direkten Anwendung des Wissens. Die Lernenden sollten in der Lage sein, konkrete Probleme selbstständig zu bearbeiten und angemessen zu reagieren.

Analysieren

Die ersten drei Stufen werden für das Analysieren von Informationen vorausgesetzt. Diese werden bis auf Ihre kleinstmöglichste Einheit untersucht, sodass Hintergründe genau klar werden. Hierbei handelt es sich um die Stufe, auf der Informationen erst richtig erschlossen werden und sich Verbindungen zwischen verschiedenen Konzepten ergeben.

Evaluieren

Auf der fünften Stufe ist die eigene Meinung der Lernenden gefragt. Sie sollen die neu erlernten Informationen reflektieren und daraus eigene Vermutungen für sich bilden. Was dann langfristig im Gedächtnis bleibt, hängt von den Teilnehmern selbst ab.

Erschaffen

Als Letztes ist der Teilnehmer in der Lage, für Problemstellungen einen eigenen Lösungsweg zu finden. Jegliche Art des lateralen Denkens ist auf Basis der anderen Stufen möglich, da Fragestellungen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden können.


Mit Hilfe von Bloom’s Taxonomiestufen können Sie die einzelnen Lernziele effektiv einordnen und aufeinander aufbauend gestalten. Zudem ergibt sich die Möglichkeit, das Schema als Basis für die Evaluation Ihrer Online-Training-Teilnehmer zu nutzen.

Eine klare Definition und Struktur der Lernziele bei Ihrem Online-Training verhilft zu einem aufeinander aufgebauten, in sich integrierten Kurs, der zudem auch noch die Teilnehmer motiviert! Versuchen Sie, trotz der damit verbundenen Arbeit, die aufgeführten Tipps umzusetzen und erfreuen Sie sich an den positiven Konsequenzen für alle Beteiligten.

Erstellung von Aktivitäten und Prüfungen

Für die Umstellung vom Präsenztraining zur Online-Schulung gelten für den Abschluss die gleichen Voraussetzungen. Die Schulung, das E-Learning sollten mit einem Test beendet werden, der Ihnen und den Teilnehmenden aufzeigt, ob die Inhalte auch korrekt verstanden wurden.

Zusätzlich sollten am Ende der einzelnen Lerneinheiten kurze Quizfragen hinzu gefügt werden. Hierfür stehen in modernen Autorentools wie Adobe Captivate® und Articulate Storyline® verschiedenste Elemente zur Verfügung. Neben Multiple Choice Fragen stehen die freie Eingabe von Inhalten, oder das Bearbeiten von Aufgaben per Drag & Drop zur Verfügun.

Digitales Lernen - E-Learning

Präsenztraining und Online-Lernen gekonnt vereinen: Blended Learning

Nicht jedes Thema eignet sich perfekt für ein reines Online-Lernen. Beispielsweise die Verwendung von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) oder auch die Durchführung spezieller mechanischer Tätigkeiten kann nur im direkten Training vor Ort eingeübt werden. Für solche Dinge eignet sich Blended Learning, also die Kombination einer Online-Schulung mit einem Präsenzteil. Ein großer Teil der Theorie kann bereits im Vorfeld des Präsenztrainings erlernt werden. So besteht beim Präsenztraining bereits eine Wissensbasis, auf die in der Präsenzveranstaltung aufgebaut werden kann.

Vielfach bietet sich bei Blended Learning Konzepten auch die Kombination von Online-Schulungen, das heißt E-Learning in der Kombination mit Webinaren an. Auch hier kein ein großer Teil der Theorie bereits im Vorfeld des Präsenztrainings erlernt werden, der dann im Webinar besprochen und vertieft wird.

In der Umstellung vom Präsenztraining zur Online-Schulung gibt es vielfältige Möglichkeiten, die auf die jeweilige Schulungsanforderung abgestimmt werden muss.

Kommunikation

Die Veränderung von Abläufen wie dem Wandel vom Präsenztraining zur Online-Schulung erfordert eine offene Kommunikation. Nichts ist schlimmer als eine Investition in einen Online-Kurs, der dann nicht eingesetzt und angenommen wird. Hier unterstützen wir Sie mit unseren allgemeinen Filmen und Schulungen zu den Vorteilen des Online-Lernens, aber auch mit speziellen Teasern zu den jeweiligen Kursen.

Distribution

Bei der Umstellung vom Präsenztraining zur Online-Schulung ist nicht nur die Erstellung von attraktiven Inhalten wichtig. Erst die einfache Distribution, aber auch die Kontrolle über ein Learning Management System komplettieren eine Schulung.

Auch auf die Qualität in der Verbreitung der Inhalte bei den Lernern auf den Rechnern oder auf den Mobilgeräten kommt es an. Die Weitergabe von Wissen besitzt nur dann einen entsprechenden Wert, wenn man dieses verfolgen, messen und insbesondere beurteilen kann.

Doch nicht jedes Unternehmen möchte gleich in oft teure und betreuungsintensive LMS investieren. Deshalb bieten wir als Dienstleistung die Distribution der Schulungen über unsere Learning Management Systeme an.

Kontaktieren Sie uns.

Wir würden gerne von Ihnen hören und Sie bei Ihrem nächsten Projekt begleiten. Schreiben Sie uns eine Nachricht und wir werden uns so schnell wie möglich bei Ihnen melden!

Web-Conn Media GmbH
In de Floge 19, 45721 Haltern am See

Email: info@web-conn-media.de
Phone: +49 2364 89976-10